1. Einführung in das Monotub‑System
Das Monotub‑Aufbauverfahren ist bei Hobby-Mikologen und kleinen Pilzfarmen die beliebteste Methode, weil es einfach, ergebnisorientiert und relativ kostengünstig ist. Im Kern besteht das System aus einem großen, luftdichten Kunststoffbehälter (z. B. ein 60‑Liter‑Kühlschrank oder ein 90‑Liter‑Recyclingbehälter), der als „Monotub“ dient. Der Vorteil: Ein einziger Behälter dient sowohl als Inkubations- als auch als Brutraum, wodurch Platz gespart und die Kontamination reduziert wird.
1.1 Warum ist Sterilität so wichtig?
Pilze sind sehr empfindlich gegenüber Mikroorganismen. Bakterien, Schimmel und andere Pilze können das Wachstum des gewünschten Stammes komplett blockieren. Durch die sterile Zubereitung des Substrats und die kontrollierte Umgebung im Monotub wird das Risiko von Kontaminationen drastisch reduziert.
2. Auswahl des optimalen Substrats
Bei der Monotub‑Kultivierung werden häufig Holzspäne, Antriebsbalken, Maismehl oder ein Mischsubstrat aus verschiedenen Rohstoffen verwendet. Die Wahl hängt vom Pilztyp und von den verfügbaren Ressourcen ab.
2.1 Typische Substratkomponenten
| Komponente | Funktion | Typische Menge pro 10 l Substrat | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Holzspäne (z. B. Eiche, Holzfällerabfälle) | Energiequelle | 70 % | Muss vor dem Sterilisieren getrocknet werden. |
| Maismehl | Nährstoffergänzung | 10 % | Liefert schnell verfügbare Kohlenhydrate. |
| Kokosraspel | Struktur & Feuchtigkeit | 10 % | Sorgt für gute Luftzirkulation. |
| KH₂PO₄ (Kaliumphosphat) | Mineralstoff | 1–2 % | Wichtig für Zellteilung. |
| Wasser | Feuchtigkeitsquelle | bis zur 50–60 % Füllhöhe | Vor dem Sterilisieren auf 1 % des Substratvolumens. |
| Trockensalz (z. B. NaCl) | Osmoregulation | 1 % | Verhindert Überfeuchtung. |
Praxisbeispiel: Ein 10 l Monotub für Agaricus bisporus (Champignon) benötigt 5 l Holzspäne, 1 l Maismehl, 1 l Kokosraspel, 0,1 l KH₂PO₄ und 2 l Wasser (je nach Feuchtigkeit).
2.2 Vorbereitung und Sterilisation
- Waschen & Trocknen: Alle festen Bestandteile gründlich waschen und bei 60 °C für 12 h trocknen.
- Mischen: In einer sauberen Schüssel alle trockenen Komponenten vermengen.
- Feuchtigkeitskontrolle: Wasser langsam hinzufügen und mit einem Thermometer prüfen, ob die Feuchte 50–60 % beträgt.
- Sterilisation: Das Substrat in luftdichte Plastikbeutel oder einfache Sterilisationsbeutel füllen und in einem Druckkochtopf bei 121 °C für 45 min sterilisieren.
- Abkühlen: Substrat sofort in eine sterilisierte Schale abführen, um die Temperatur zu senken.
Fehlerbehebung: Wenn das Substrat nach der Sterilisation noch feucht ist, kann es zu Schimmelbildung kommen. Lösen Sie das Problem, indem Sie die Feuchtigkeit bei 50 % reduzieren und ggf. das Substrat erneut sterilisieren.
3. Aufbau des Monotubs
3.1 Grundgerüst
- Behälter: Kunststoffbehälter mit Deckel (z. B. 90 l PET‑Flasche).
- Luftdichtung: Silikon‑ oder Gummidichtung im Deckel.
- Belüftung: Ein oder zwei kleine Löcher (2 mm) im Deckel, die mit einem Luftfilter (z. B. sterile Papiertücher) abgedeckt sind.
- Stützplatte: Eine kleine, hitzebeständige Platte mit Löchern, um das Substrat zu stützen und die Luftzirkulation zu verbessern.
3.2 Inoculation
- Stämme vorbereiten: Sterile Sporen oder Myzelkugeln in einer sauberen Inoculationskammer ausbringen.
- Substrat einfüllen: Das sterile Substrat in die Stützplatte legen und mit der Inoculation in Kontakt bringen.
- Abdeckung: Das Substrat mit einem sterilen Papiertuch abdecken, um die Feuchtigkeit zu halten und die Luftzirkulation zu ermöglichen.
3.3 Inkubation
- Temperatur: 24–26 °C für Agaricus bisporus, 20–24 °C für *Psil